Zusammenfassung
Echte Perlen findet man oft ganz am Ursprung einer Idee. Und auch wenn manche Gläser schon mehrere hundert Jahre alt sind, können sie immer noch perfekt in den modernen Alltag passen. Das und vieles mehr ist CRAFT™.
Publiziert: 3 Monaten her — 

Lesezeit: ca. 4 min. —

 Autor*in: Gilles Stüssi
Zusammenfassung
Echte Perlen findet man oft ganz am Ursprung einer Idee. Und auch wenn manche Gläser schon mehrere hundert Jahre alt sind, können sie immer noch perfekt in den modernen Alltag passen. Das und vieles mehr ist CRAFT™.
Publiziert: 3 Monaten her
Lesezeit ca. 4 min.
Autor*in: Gilles Stüssi

CRAFT™ – Back to the Roots

Wir blicken zurück in die letzten Dekaden des 18. Jahrhunderts: Sowohl gesellschaftlich, wissenschaftlich als auch technologisch herrschte Um- und Aufbruchstimmung – «Vive la Révolution!». Es war eine Zeit des Fortschritts, die wichtige Grundlagen für unseren modernen Lebensstandard schuf. Presbyope gab es natürlich auch schon damals. Nur nicht so viele, da die Lebenserwartung – je nach sozialer Klasse, in die man hineingeboren wurde – nur etwa halb so hoch war wie heute. Für uns Augenoptiker*innen besonders interessant ist ein alter, sehr weiser Mann in Nordamerika, der um 1770 herum die erste Brille für die Nähe und die Ferne erfand. Benjamin Franklin schenkte uns eine Idee, die auch heute noch von Bedeutung ist und durchaus auch moderne Probleme lösen kann. 

Industrielle Brillenglasfertigung

Die Industrialisierung ermöglicht die Serienfertigung von Produkten. Durch die industrielle Fertigung können Produkte nicht nur effizienter und schneller hergestellt werden, sondern sie können dadurch auch viel mehr Personen zugänglich gemacht werden. Wo früher eine Brille – von der Fassung bis zum Glas – in reiner Handarbeit einzeln angefertigt wurde, kann man seit der Serienfertigung Brillen so herstellen, dass im Prinzip jede Person, die eine braucht, auch eine tragen kann. Manche sogar zwei oder mehr.

Sämtliche Korrekturgläser aus unserem regulären Portfolio werden im Freeform-Verfahren hergestellt. Aus einem einzigen Blank lassen sich sowohl Einstärken-, Progressiv– als auch Bifokalgläser herstellen. Die Magie findet auf der Rückfläche des Halbfabrikats statt. So lassen sich Brillengläser in wenigen Tagen mit gleichbleibend hoher Qualität herstellen.

Freeform-Technologie ermöglicht es uns, unglaublich raffinierte Geometrien zu fertigen und individuelle Brillengläser zu erschwinglichen Preisen zu produzieren. Bereits seit den 2000er Jahren setzen wir auf moderne Herstellungsprozesse und gehören damit zu den Pionieren in der Schweiz.

Rund zwei Drittel aller RX-Gläser liegen im Korrekturbereich von ±2.00 (Sphäre) und ±1.00 (Zylinder). Und obwohl die Fertigungsgrenzen unglaublich hoch sind, hat die Freeform-Technologie auch ihre Grenzen. Wir schätzen, dass sich etwa eine von 500 Personen mit einem Rezept oder einer Herausforderung an eine Fachperson wendet, die mit industriell gefertigten Brillengläsern nicht realisierbar ist. 

CRAFT™ Manufaktur

Unsere CRAFT™ Spezialglaslinie will diese Lücke schliessen und beginnt dort, wo die Grenzen moderner Fertigungsprozesse enden. Korrekturwerte von -43.50 dpt? Ein Zylinder von ±22.0 dpt oder eine Addition von 8.00 dpt? Prismatische Gläser mit 14 cm/m pro Seite? Solche Werte trifft man im Laufe seiner Karriere als Optometrist*in wohl nur selten an. 

In ganz seltenen Fällen führt beispielsweise bei einer Anisometropie kein Weg an einem Slab-Off Anschliff vorbei oder man entscheidet sich sogar für ein Aniseikonie-Glas, das mit angepasster Eigenvergrösserung den Unterschied zwischen den Bildgrössen auf der Netzhaut etwas ausgleicht. Was wir ebenfalls regelmässig bauen, sind Bifokalgläser mit unterschiedlichen prismatischen Korrekturen im Fern- und Nahteil. Das wird oft im Zusammenhang mit Parkinson verschrieben.

Natürlich gibt es auch Personen, die aus rein beruflichen Gründen oder für Sport und Freizeit eine Sonderanfertigung benötigen. Zum Beispiel jemand, der Montagearbeiten über Kopf ausführt und ein zusätzliches Nahsegment im oberen Glasbereich benötigt oder sich vor Strahlung schützen muss (z.B. in der Radiologie oder bei Glasbläser*innen). Oder für eine Taucherbrille, mit der man Fische besonders gut beobachten kann.

Alle Brillengläser aus der CRAFT™ Manufaktur werden mit konventionellen Fertigungsverfahren und in Handarbeit hergestellt. Dabei sind der Fantasie und den Möglichkeiten keine fixen Grenzen gesetzt. 

So fertigen wir alles, was wir technisch realisieren können und committen uns damit klar zur Einzelanfertigung – komplementär zur hochtechnologischen Freeform-Produktion. Oft können wir für diese eine Person von 500 Brillenträger*innen mehr als einen Lösungsvorschlag machen und ästhetisch, funktional aber vor allem auch optisch sehr schöne Alternativen offerieren.

   

Die Renaissance der Franklin-Brille

Zwischen der ersten Franklin-Brille und dem modernsten Progressivglas liegt eine unglaubliche Evolution. Meilenstein für Meilenstein hat sich die Erstversorgung von presbyopen Personen weiterentwickelt und sich dem Zeitgeist angepasst.

Doch manchmal liegt der Höhepunkt einer Idee in ihrem Ursprung. Und so bauen wir regelmässig Franklin- bzw. Exekutiv-Typen für moderne Computerarbeitsplätze, Kunstschaffende oder Architekt*innen. Denn kein anderes Brillenglas bietet so grosse Fern- und Nahteile und eine so klare Trennung beider Sehdistanzen. Durch beide Glasteile sieht man wie durch ein Einstärkenglas.

Es gibt Arbeitsplätze mit weiten Bildschirmlandschaften. 
Genau hier kann ein Brille mit Exekutivgläsern eine ideale Lösung bieten.

   

Eine Welt voller Unikate

Im Grunde müsste jedes Paar CRAFT™ Manufakturgläser einen Platz im Museum erhalten. Weil sie aber ganz klar zu den Träger*innen gehören, für die sie gefertigt wurden, pflegen wir eine faszinierende Sammlung von Musterbrillen. Mit dieser Sammlung können sowohl Lernende als auch erfahrene Fachpersonen einen Einblick in unsere Möglichkeiten erhalten. So sehen viele ihr erstes «Slab-Off»-Glas und sind überrascht, wie diskret der Anschliff ist. Oder verschiedene Lentikular-Typen, exotische Bifokalgläser bis hin zur Franklin-Trifokalbrille.

Dieses kleine Brillenmuseum ist für jede Fachperson von Bedeutung, denn es zeigt, was mit etwas Fantasie alles möglich ist. Mit Freude führen wir Sie und Ihre Teamkolleg*innen durch diese ausserordentliche Sammlung:

 

Einige Beispiele finden Sie übrigens auch hier oder auf unserem Instagram-Profil.

 «Back to the Roots» heisst, dass man sich bei besonderen visuellen Herausforderungen immer auf sehr ursprüngliche Ideen verlassen kann. Oft führt die simpelste Lösung zum grössten Erfolg. Manchmal auch ein Glas, das schon so alt ist, dass man es eigentlich schon fast vergessen hat.

Wir stehen Ihnen mit Fantasie und Erfahrung zur Seite und bauen für Sie und Ihre Kundschaft auch Gläser, die es gar nicht gibt. 

Denn das ist CRAFT.

Über die Autor*innen
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Gilles Stüssi

Mein Name ist Gilles und bin Augenoptiker. Seit über 18 Jahren bin ich Teil des Eyetech-Teams und lasse mich täglich von der Frage «Was wäre wenn …?» zu neuen Ideen und Perspektiven inspirieren. Ich bin begeistert von Brillengläsern und brenne für Marketing und Kommunikation. Hast Du Fragen oder Anregungen zu diesem Beitrag? Es wäre mir eine Freude, mit Dir ins Gespräch zu kommen!

Über Eyetech

Brillengläser von Augenoptikern für Augenoptiker. Mit dieser Idee wird die Eyetech AG in den frühen 1990ern gegründet. Mit viel Pioniergeist und Lust auf Innovation ist der Glashersteller heute Partner von unabhängigen Fachgeschäften in der ganzen Schweiz. Das einmalige Portfolio von Brillengläsern inkl. CRAFT™ Spezialgläsern und dem hauseigenen Montageservice decken alle Wünsche ab. Die kompetente, persönliche Beratung macht jeden Kontakt mit uns zum schönen Erlebnis. Und die V.EYE.P Werbeagentur bringt das Fachgeschäft näher an ihre Ziele.